Als linker Läufer für so manche Überraschung gut.



Wacker VEB Spieler Jörg Höfer erlebte
die Niederlage gegen Tschechien vor Ort.

Siegen/Lissabon. (tosch) Über 24 Millionen Zuschauer saßen vor ihren Fernsehgerät, als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aus dem Turnier in Portugal ausschied. Unter den 46 349 Zuschauern im Stadion José Alvalade von Lissabon erlebten das Drama vor Ort auch mindestens zwei Siegerländer: Jörg Höfer und Inga Paulus.
Beide sind drei Wochen als Fußball-Touristen in Portugal unterwegs. "Die Portugiesen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit - und im Fußballfieber. Fast in jedem Auto hängt ein Schal", hat der 30-Jährige beobachtet.
Der Niederdielfener Fußball-Fan, der seit 15 Jahren regelmäßig ins Leimbachstadion geht, hatte über den europäischen Fußballverband UEFA vor einem Jahr Karten bestellt und Tickets für neun Vorrundenspiele in zwölf Tagen, ein Viertelfinale und ein Halbfinale bekommen. "Wir hatten Glück, drei England-Spiele und zwei Deutschland-Spiele waren dabei", sagte Jörg Höfer gestern im Telefongespräch mit dem WR, bei dem er auch vom Rücktritt Rudi Völlers erfuhr und entsprechend überrascht war.
Die deutsche Niederlage erlebte er in einem Block neben dem der tschechischen Fans. "Die meisten Zuschauer waren zwar Deutsche, aber die Tschechen haben richtig Stimmung gemacht und nachher natürlich gefeiert. Die deutschen Fans waren entsetzt und sind noch lange im Stadion sitzen geblieben."
Insgesamt hat Jörg Höfer, der sich im "Bündnis aktiver Sportfreunde-Fans" (BASF) engagiert und bei der erfolgreichsten Hobby-Liga Truppe im Siegerland, dem WACKER VEB, auch noch selbst gegen den Ball tritt, bisher eine sehr entspannte und stressfreie Fankultur erlebt. "Es ist immer friedliche Partyatmosphäre, vor dem Spielen kommt es zu Verbrüderungen. Und die beste Stimmung ist bei den Dänen."
Was ihn bei der EM stört sind die Schwarzmarkthändler, die auf den Parkplätzen an den Stadien Karten-Kontingente aufkaufen und mit Aufschlag weiter verkaufen.
Per Mobiltelefon besteht Kontakt in die Heimat. "Als die Sportfreunde in der Regionalliga geblieben sind, habe ich auf der Autobahn in Frankreich innerhalb von zwei Minuten vier SMS bekommen."
24.06.2004 WR